Großes Kino mit fünf Erziehern

Fünf junge Männer – David Godebo, Philip Haug sowie Sebastian Hanisch, Guido Höper und Peter Kühne – tummeln sich an einem Samstag im August im Studio Hamburg. Sie haben eines gemeinsam: Sie sind oder werden Erzieher und werben für mehr Männer in Kitas. Es ist Drehtag für den Kinowerbespot zu „Vielfalt, MANN!“.
Hochkonzentriert geht es unter der Leitung von Regisseur Thorsten Kirves los. Gleich die erste Szene hat es in sich.„Klappe Kita 1 die erste!“, ruft einer der Assistenten. „Kamera set?“ fragt Thorsten. „Kamera set.“
Philip soll einen Stapel mit Kinderspielen zum Einsturz bringen, um anschließend von Guido in einen Frosch verzaubert zu werden. Doch der Stapel sträubt sich, so umzufallen, wie das Team es sich wünscht. Entweder fällt er zu früh, nur teilweise oder aber gar nicht. Und klappt es doch mal, könnte Philips Gesichtsausdruck noch überzeugender sein oder Guido noch schöner zaubern. Mehr als eine Stunde vergeht, bis Thorsten zufrieden und die erste Szene im Kasten ist. „Gestorben, die nehmen wir!“

Zeit für einen Szenenwechsel. Wenn Kameramann Oliver Ramm im Studio das Licht für die nächste Szene umbaut, haben die Erzieher Drehpause. Nicht so Produktionsleiter Olaf Mollik. Er wuselt herum und sorgt dafür, dass für die nächste Szene alles bereit steht. Der Tag ist genau durchgetimt, und trotz einiger Unwägbarkeiten geht der Plan auf.
Im Spot werden die Talente und Berufsbezeichnung der bekannten „Vielfalt, MANN!“-Plakate aufgegriffen und von den fünf Erziehern auf humorvolle Weise dargestellt.
„Wir wollen die Modernität und Coolness des Berufes zeigen und wegkommen von dem teilweise noch vorherrschenden verstaubten Image“, fasst der Regisseur die Grundidee des Spots zusammen.

Die jungen Männer haben sichtlich Freude an den Dreharbeiten. Es gibt nur einen Haken: „Es ist ein bisschen sehr warm“, meint David. Das komplett weiße Studio wird von zahlreichen Scheinwerfern erhellt – und aufgewärmt. Doch Anna Stühff, die für das Make-Up zuständig ist, tupft und trocknet und sorgt dafür, dass die Jungs perfekt aussehen. Peters Haare werden besonders beansprucht. In seiner Szene landet ein Pfannkuchen auf seinem Kopf. Theoretisch jedenfalls. Auch hier braucht es zahlreiche Versuche, bis die Szene alle zufrieden stellt. Peter lässt sich dadurch nicht verdrießen, ganz im Gegenteil. „Die Location und das Team sind toll. Die Idee ist cool. Das Ganze macht echt Spaß!“ Die Plakatkampagne im letzten Jahr hat den Ausschlag gegeben, dass er seinen Job als Mediengestalter aufgab und nun zum Erzieher umsattelt. Er ist so überzeugt von seinem zukünftigen Beruf, dass er auch andere Männer davon überzeugen will. Deshalb folgte er, gemeinsam mit neun anderen Hamburger Erziehern, sofort unserem Casting-Aufruf auf Facebook und war überwältigt, als er erfuhr, dass er zu den fünf ausgewählten Darstellern gehört.

Es ist 14 Uhr. Jetzt kommt für das Team noch mal Verstärkung – und das nicht zu knapp. Neun Kinder und ihre Eltern bringen Trubel ins Geschehen. In der letzten Szene haben eine Erzieherin und einige Kids ihren großen Auftritt. Das Studio ist fest in der Hand der Kita „Die halben Meter“. Nicht nur Sebastian arbeitet dort als Erzieher sondern auch seine Kollegin Nora. Und fast alle Kids im Studio besuchen die Eimsbütteler Kita. Die letzte Szene des Spots wird mehrmals wiederholt. Nicht jeder Sprössling hat Lust, vor die Kamera zu treten. Doch letztlich klappt alles und die Kids gehen in den wohlverdienten Feierabend.
Auch der Drehtag des Teams neigt sich dem Ende. Last but not least ist endlich Showtime für Sebastian und David. Nur so viel sei verraten: Es geht feuchtfröhlich zu. „Drehschluss!“ ruft der Regisseur, nachdem er die letzte Szene im Monitor überprüft hat. Das gesamte Team applaudiert und zeigt sich äußerst zufrieden mit seiner Arbeit. „Diese Jungs sind gute Typen, die natürlich und lässig das rüber bringen können, was wir wollen“, lobt der Regisseur seine Darsteller. Was er mit seinem Cutter Marco Rönnau daraus zusammengeschnitten hat, kann man ab 1. November in vielen Hamburger Kinos sehen. Die Musik des Spots hat übrigens ebenfalls ein Erzieher geschrieben und produziert: Jörg Purfürst von – na klar – den „halben Metern“.



1.000 Dank an Nora und unsere fünf Erzieher, die Kinder Marie, Kira, Albi, Greta, Celina, David, Bela, Paul und Emil und deren Eltern.

Zudem danken wir herzlich folgenden Personen und Firmen, die unentgeltlich oder zu tollen Sonderkonditionen zum Gelingen des Spots beigetragen haben:

Nordisch Filmproduction Anderson + Team GmbH, Michael Anderson, vor allem Olaf Mollik und Judith Rieder
Thorsten Kirves, Regie,
Oliver Ramm, Kamera,
Torben Maede, Kamera-Assistenz,
Thomas Neumann, Kamera-Assistenz,
Anna Stühff, Make-Up,
Studio Hamburg und Esther Czajka,
Fernsehecke Postproduction und Marco Rönnau,
MBF Filmtechnik und Martin Bentlage,
Konken Studios, Filmtonmischung.