30.04.2015

Ausbildung zum Erzieher weiterhin sehr gefragt – bei Frauen und Männern

go to site  Rekord: So viele Menschen wie noch nie befanden sich im Schuljahr 2014/15 in der Erzieherausbildung an den staatlichen Fachschulen in Hamburg. Der Männeranteil ist dabei mit mehr als 25 Prozent auf dem bisherigen Höchststand. Besonders die Berufsbegleitende Weiterbildung erfreut sich steigender Beliebtheit. Hier haben sich die Schülerzahlen binnen drei Jahren mehr als verdreifacht. Besonders groß ist der Anstieg bei den Männern, deren Anmeldezahlen im gleichen Zeitraum um 360 Prozent gestiegen sind. Allerdings nahm im letzten Jahr erstmalig die Zahl der neuen Schülerinnen und Schüler ab. source link Zurzeit machen nach Angaben der Behörde für Schule und Berufsbildung 2980 Männer und Frauen eine Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin. Darunter sind so viele Männer wie noch nie, nämlich 764. Noch stärker sind die Männer vertreten, wenn nur die Berufsbegleitende Weiterbildung betrachtet wird. Hier liegt der Männeranteil sogar bei knapp 30 Prozent der 616 Teilnehmenden. Auch dies ist ein Höchstwert. follow link „Seit Jahren zeigt sich ein deutlicher Trend hin zur Berufsbegleitenden Weiterbildung“, so Cornelia Heider-Winter, Pressesprecherin des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas‘, das beim Paritätischen Wohlfahrtsverband angesiedelt ist. Die Berufsbegleitende Weiterbildung biete den Auszubildenden den großen Vorteil, dass sie dazu für mindestens 15 Wochenstunden in einer Einrichtung angestellt sein müssen und somit Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt während der dreijährigen Weiterbildung finanzieren zu können. go to link Die Fachschulen haben ihre Kapazitäten aufgrund des seit Jahren anhaltenden Interesses enorm erweitert. „Vor einiger Zeit richteten wir eine Klasse pro Jahr für die Berufsbegleitende Weiterbildung ein, mittlerweile sind es zwei bis drei Parallelklassen pro Halbjahr“, berichtet Simone Jasper, Leiterin der Fachschule für Sozialpädagogik 1 über die Situation an den staatlichen Fachschulen. „Die Nachfrage nach diesen Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist größer als sie momentan von den Einrichtungen bedient werden kann“, ergänzt Cornelia Heider-Winter. „Wir haben letztes Jahr gut 100 Menschen beraten, von denen sich die meisten für die Berufsbegleitende Weiterbildung interessierten, aber nicht alle fanden einen Arbeitsplatz.“ Einer der Hauptgründe dafür sei, dass den Trägern für diese Auszubildenden Kosten entstehen, die nicht ausreichend von der Stadt refinanziert werden. follow follow site Auch die Zahl der Absolventen dürfte 2015 einen weiteren Höhepunkt erreichen. 960 Menschen befinden sich laut Herbststatistik im letzten Ausbildungsjahr, davon sind fast ein Viertel Männer.
Allerdings sind die Neuanmeldungen insgesamt um fast 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Dies ist der erste Rückgang seit Ende des vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds geförderten Modellprojektes ‚MEHR Männer in Kitas“, das in den Jahren 2011 bis 2013 mit einer groß angelegten Imagekampagne für den Erzieherberuf warb und zu großem Interesse an der Ausbildung bei Männern und Frauen führte. Es können noch 40 Plätze für die Vollzeitausbildung vergeben werden, obwohl die offizielle Bewerbungsfrist für den Ausbildungsbeginn im Sommer abgelaufen ist. Ziel ist es, die Ausbildungszahlen weiter auf hohem Niveau zu halten. Denn im neuen rot-grünen Koalitionsvertrag ist vereinbart: „Zum 1. August 2019 soll im Krippenbereich ein rechnerischer Personalschlüssel von 1 zu 4 erreicht sein.“ Zur Umsetzung sind weiterhin hohe Ausbildungszahlen erforderlich.


Zum Hamburger Netzwerk ‚MEHR Männer in Kitas’:
Die Koordinierungsstelle des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas’ ist beim PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Hamburg angesiedelt und entwickelt in Kooperation mit der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung neue Strategien und Maßnahmen, um mehr Menschen für den Erzieherberuf zu gewinnen. Das Aktionsbündnis läuft unter dem Kampagnendach „Vielfalt, MANN! Dein Talent für Hamburger Kitas".