15.07.2015

Berufsbegleitende Weiterbildung zum Erzieher ist erfolgreiches Ausbildungsmodell – besonders für Quereinsteiger

Hamburger Kitas sehen in der Berufsbegleitenden Weiterbildung zum Erzieher mittlerweile ein bewährtes und ausbaufähiges Ausbildungsmodell. Es bietet die Chance, zusätzliche Qualifikationen ins Team zu holen, und hilft, den Männeranteil zu erhöhen. Quereinsteiger mit alternativen Berufserfahrungen haben hier sehr gute Chancen. Lediglich an der Refinanzierung durch die Stadt gibt es Kritik, wie eine Umfrage des PARITÄTISCHEN Hamburg unter Hamburger Kitas ergab. source go to site Seitdem die Behörde für Arbeit, Soziales, Familien und Integration (BASFI) 2012 die Qualifizierungsoffensive Sozialpädagogik gestartet hat, ist die Zahl der Menschen, die eine Berufsbegleitende Weiterbildung zum Erzieher / zur Erzieherin machen, deutlich angestiegen. Sie bietet den Auszubildenden den großen Vorteil, dass sie dazu für mindestens 15 Wochenstunden in einer Einrichtung angestellt sein müssen und somit Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt während der dreijährigen Weiterbildung finanzieren zu können. „Die Einrichtungen wiederum profitieren von den Vorqualifikationen und der größeren Lebenserfahrung, die diese Menschen mitbringen“, so Katja Gwosdz, Pressesprecherin des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas‘, das beim Paritätischen Wohlfahrtsverband angesiedelt ist. Eine Umfrage des PARITÄTISCHEN Hamburg unter Hamburger Kitas ergab, dass ca. 80 Prozent der zukünftigen Fachkräfte in der Berufsbegleitenden Weiterbildung Quereinsteiger ohne nennenswerte oder nur mit geringen pädagogischen Vorerfahrungen sind. Trotzdem schneiden sie in sozialer, organisatorischer und sogar fachlicher Hinsicht im Vergleich zu Fachschulpraktikantinnen und -praktikanten gleich gut oder sogar besser ab. Damit hat sich die Berufsbegleitende Weiterbildung in der Praxis sehr bewährt. Allerdings kritisieren ca. 50 Prozent die Finanzierung dieser zukünftigen Fachkräfte. Dazu erklärt Katja Gwosdz: „Jeder Auszubildende muss angeleitet werden und beansprucht daher Zeit. Trotzdem könnten und würden Hamburger Kitas noch mehr Menschen in der Berufsbegleitenden Weiterbildung einstellen, wenn diese auskömmlicher finanziert würde.“ Bisher refinanziert die BASFI nur einen Teil des Gehaltes. Die meisten dieser Auszubildenden arbeiten mehr als 20 Wochenstunden in den Kitas oder GBS-Standorten. In den Kitas, die an der Umfrage teilgenommen haben, sind 40 Prozent dieser Auszubildenden Männer. Die Berufsbegleitende Weiterbildung ist somit für viele Kitas ein Weg, ihren Männeranteil kurzfristig zu erhöhen. Ein Großteil der Kitas hofft darüber hinaus, so zukünftige Fachkräfte besser und schneller an sich zu binden. „Diese Ausbildungsform ist ein guter Weg, um den Fachkräftebedarf zu decken. Ein weiterer Ausbau wäre daher wünschenswert“, so Katja Gwosdz. see
Weitere Informationen liefert eine genaue Auswertung.


Zum Hamburger Netzwerk ‚MEHR Männer in Kitas’:

Die Koordinierungsstelle des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas’ ist beim PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Hamburg angesiedelt und entwickelt in Kooperation mit der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung Strategien und Maßnahmen, um mehr Menschen für den Erzieherberuf zu gewinnen. Das Aktionsbündnis läuft unter dem Kampagnendach „Vielfalt, MANN! Dein Talent für Hamburger Kitas".