22.03.2012

Beatboxing in der Kita: Start für Hamburger Pilotprojekt Mini-Beatzzz zur Sprachförderung von Kindern und Berufsorientierung von Schülern

follow site Der Crossover-Coach und Beatboxer Guido Höper in Aktion mit Kindern

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 Wie man sein vielfältiges Talent in die Kita einbringen kann, zeigt das Pilotprojekt Mini-Beatzzz. Die Hamburger Koordinierungsstelle ‚MEHR Männer in Kitas’, die beim Paritätischen Wohlfahrtsverband angesiedelt ist, startet gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein Crossover das einjährige Projekt. Guido Höper, ausgebildeter Sozialpädagogischer Assistent und eines der Gesichter der Kampagne„Vielfalt, MANN! Dein Talent für Hamburger Kitas“, wird ab dieser Woche zwei Kitas als Beatbox-Coach begleiten und das Potenzial der Musik und Rhythmik zur Sprachförderung von Kindern nutzen. Der ungewöhnliche Ansatz soll auch dazu dienen, Jungen in der Berufsorientierungsphase mit dem vielfältigen Aufgabenspektrum von Erziehern und Erzieherinnen vertraut zu machen.

 

here Die Kita Koppelstieg des Arbeiter-Samariter-Bundes Hamburg sowie die Kita Löwenzahn der Arbeiterwohlfahrt Hamburg beteiligen sich im ersten halben Jahr an Mini-Beatzzz. Zu Beginn finden in beiden Einrichtungen Auftakt-Workshops mit allen Kindern statt. Anschließend lernt Crossover-Coach Höper die Kleingruppen kennen. Er wird fortan ein- bis zweimal wöchentlich Beatbox-Workshops in den Kitas durchführen und damit die vorhandenen und guten Konzepte zur Sprachförderung bereichern.

 

Mini-Beatzzz trifft auf fruchtbaren Boden. Die jüngsten Auswertungen der Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung belegen, dass intensivere Sprachförderung in der frühkindlichen Bildung dringend erforderlich ist. Die Schul-Anmeldezahlen 2012/13 verzeichnen, dass mittlerweile jedes achte Kind unter den Viereinhalbjährigen erheblichen Sprachförderbedarf hat. Im Vorjahr waren es noch zehn Prozent.

 

„Beatboxing ist nicht nur ein innovativer Ansatz zur Sprachförderung und eine alternative Ergänzung zur klassischen Logopädie, sondern auch eine jugendgerechte Möglichkeit, junge Männer an den Erzieherberuf heran zu führen“, sagt Sylke Känner, Projektleiterin des  Hamburger Netzwerks ‚MEHR Männer in Kitas’. Daher werden für das Projekt derzeit noch Schüler gesucht, die sich im Rahmen einer Hospitation an Mini-Beatzzz beteiligen und in die Arbeit mit Kindern eingebunden werden wollen.

 

Zum Hamburger Modellprojekt ‚MEHR Männer in Kitas’:

Die Koordinierungsstelle des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas’ ist beim PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Hamburg angesiedelt und wird als eines von 16 Modellprojekten bis Ende 2013 neue Strategien und Maßnahmen entwickeln, um mehr Jungen und Männer für den Erzieherberuf zu gewinnen.

Das Aktionsbündnis läuft unter dem Kampagnendach „Vielfalt, MANN! Dein Talent für Hamburger Kitas“ und wird von allen Hamburger Kita-Anbietern sowie Verbänden getragen. Dazu gehören das Diakonische Werk Hamburg, die Arbeiterwohlfahrt Hamburg, das Deutsche Rote Kreuz Landesverband Hamburg, die Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreise Hamburg-West/Südholstein und Hamburg-Ost, der Caritasverband für Hamburg, die Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten und SOAL Alternativer Wohlfahrtsverband.

Das ESF-Modellprogramm ‚MEHR Männer in Kitas’ wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und ist Teil der gleichstellungspolitischen Gesamtinitiative „Männer in Kitas“. Das Projekt soll dazu beitragen, den Anteil männlicher Fachkräfte in Kitas mittelfristig auf 20 Prozent zu erhöhen.

 

 

Zu Crossover e.V.

Crossover hat das Konzept zum Pilotprojekt Mini-Beatzzz entwickelt. Der von Julia von Dohnanyi und Samy Deluxe gegründete Verein bringt seit 2007 Kinder und Jugendliche zusammen, die durch erlebnisorientiertes Lernen Mut zu Eigeninitiative entwickeln sowie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverantwortung gefördert werden.

Ein Team von insgesamt 30 Coaches – professionelle Künstler, Musiker, Tänzer, Sportler – arbeitet in verschiedenen Projekten und Workshops (Beatbox, Graffiti, Rap, Tanz, Gesang, u.v.m.) mit Kindern aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Nationalitäten. Sie werden zu grenzüberschreitendem Denken angeregt und motiviert ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. Sie entdecken neben eindeutigen Unterschieden auch ihre Gemeinsamkeiten und lernen, dass neue Eindrücke auch neue Chancen bedeuten und Ängste überwunden werden können.

Mehr Infos unter: www.crossover-ev.de