‚MEHR Männer in Kitas’ - ESF-Projekt 2011 bis 2013

Anlass und Hintergrund des ESF-Modellprogramms

Im Juli 2010 legte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) das ESF-Modellprogramm ‚MEHR Männer in Kitas’ auf. Das BMFSFJ verfolgt damit das von der Europäischen Union angestrebte Ziel, den Anteil männlicher Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Pädagogik auf ein Niveau von mindestens 20 Prozent anzuheben. Zugleich geht es darum, das Berufswahlverhalten junger Männer zu erweitern, moderne Rollenvorbilder für Männer zu stärken und die Rahmenbedingungen für eine langfristig zufriedenstellende Arbeit in einem anspruchsvollen Arbeitsfeld zu verbessern.
Dieses Programm wird von dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der Europäischen Union gefördert. Der ESF ist das zentrale arbeitsmarktpolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unternehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investitionen in die Humanressourcen.

Ziele des Hamburger Modellprojektes

Im Mittelpunkt des Hamburger Modellprojektes stehen sowohl die Weiterentwicklung bereits vorhandener Ideen und Lösungsansätze zur nachhaltigen Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in Hamburger Kindertagesstätten als auch die Entwicklung neuer Strategien zur Rekrutierung und Bindung von Männern in Kitas. Im Einzelnen sollen folgende Ziele erreicht werden:

  1. Den Anteil von Männern in den am Projekt beteiligten Kindertagesstätten auf ein durchschnittliches Niveau von mindestens 20 % entsprechend dem Ziel der Europäischen Union steigern. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Erstausbildung und für Maßnahmen zur Förderung des Quereinstiegs von Männern mit anderen beruflichen Hintergründen.
  2. Verbesserte Darstellung des Berufsbildes „Erzieher/-in“ in der Öffentlichkeit durch eine gemeinsame Marketingkampagne der zuständigen Verbände und Kita-Träger. Gezielte Ansprache von jungen Männern in der Berufsorientierungsphase.
  3. Vorhandene Strategien und Ansätze für eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung weiterentwickeln, um damit die Erkenntnisse der Geschlechter- und Migrationsforschung aufzugreifen und für die Praxis nutzbar zu machen. Eine geschlechtersensible und -gerechte Pädagogik in Hamburger Kindertagesstätten soll aus dem Projekt heraus unterstützt und gestärkt werden.
  4. Die Zusammenarbeit von Frauen und Männern in den beteiligten Kindertagesstätten reflektieren und verbessern, um damit zu einer geschlechterreflexiven pädagogischen Praxis beizutragen.

 

Die Handlungsebenen im Hamburger Netzwerk ‚MEHR Männer in Kitas’

  • Die Koordinierungsstelle beim PARITÄTISCHEN Hamburg

Im Mittelpunkt der Projektarbeit steht eine Träger übergreifende Strategie- und Maßnahmenplanung, die sich an den Zielen des Projektes orientiert. Die Zusammenarbeit im Hamburger Netzwerk soll einen Wissens- und Erfahrungsaustausch beflügeln, der nur mit Hilfe eines starken Netzwerkes möglich ist. Das Hamburger Netzwerk wird von einer Koordinierungsstelle, die beim PARITÄTISCHEN Hamburg angesiedelt ist, betreut. Darüber hinaus gibt es folgende Handlungsebenen im Hamburger ESF-Projekt:

  • Der Projektbeirat

Der Projektbeirat setzt sich aus Leitungskräften der Hamburger Kita-Anbieter (Verbandsebene) sowie Expert/innen aus Wissenschaft, Fachbehörden und Praxis zusammensetzt. Er hat die Aufgabe, die Mitarbeiter/innen der Koordinierungsstelle bei ihrer Aufgabenwahrnehmung zu beraten und zu unterstützen.

  • Fachtagungen, Netzwerktreffen und Arbeitskreise

Die Koordinierungsstelle des Hamburger Netzwerkes ‚MEHR Männer in Kitas’ ist federführend für die gesamte Projektplanung und -durchführung verantwortlich. Sie koordiniert den professionellen Austausch der jeweiligen Interessengruppen und kümmert sich um das Netzwerk- und Veranstaltungsmanagement. Zwei Mal im Jahr finden Netzwerktreffen als Dialogveranstaltungen stattfinden. Drei Fachtagungen präsentieren den aktuellen Forschungsstand und dienen der Reflexion von innovativen Strategien, Konzepten und Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils in Kitas.

Fünf themenbezogene Arbeitskreise (AKs) werden durch die Koordinierungsstelle geplant und moderiert. Die am Projekt beteiligten Kitas und Kooperationspartner können je nach Interessen an einem oder mehreren AKs mitarbeiten. Die in den AKs gewonnenen Erkenntnisse und Arbeitsergebnisse sollen über Multiplikatoren für die Praxis in den beteiligten Kitas und Einrichtungen nutzbar gemacht werden. 18 Kita-Koordinierungskräfte unterstützen das Projektteam dabei, die Ergebnisse aus den Arbeitskreisen in die projektbeteiligten Kitas zu tragen.

Folgende Arbeitskreise sind eingerichtet:

  • AK Kita-Management
  • AK Berufswahlorientierung
  • AK Qualifizierung / Quereinstieg
  • AK Männer in Kitas
  • AK Machtmissbrauch / sexuelle Gewalt
  • Öffentlichkeitsarbeit / Kampagne für ‚MEHR Männer in Kitas’

Die Koordinierungsstelle steuert eine Marketingkampagne für ‚MEHR Männer in Kitas’. Es geht bei diesen Aktivitäten insbesondere darum, Männer als Erzieher in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, relevante Informationen zum Erzieherberuf leicht verfügbar zu machen und damit das Berufsfeld für interessierte Männer aufzuschließen.

  • Teilprojekt Fortbildungen

Die Koordinierungsstelle wird Fortbildungsseminare planen und durchführen, um relevante Fragen zur Weiterentwicklung der Praxis in Kitas zu thematisieren. Dazu gehören u.a. folgende Themen:  "Geschlechterbewusste Pädagogik in der Kita", "Gender-Kompetenz im Kita-Team", „Junge Männer im Prozess der Berufswahlorientierung, "Gender-Kompetenz in der Ausbildung", "Eltern- und Väterarbeit in der Kita", „Männer als FSJ/BFDler  in der Kita“, „Vorbilder und Generationen verbinden – Ehrenamtliches Engagement für Bildung durch Senioren in Kitas“, „Berufsberatung für junge Männer – neue Wege für Jungs!?“.

  • Teilprojekt "Engagement und Präsenz"

Die Koordinierungsstelle steuert das Teilprojekt "Engagement und Präsenz". Das Ziel dieses Teilprojektes ist es, Konzepte und Strukturen zu stärken, die auf die Integration weiterer männlicher Zielgruppen (Honorarkräfte, Senioren, Praktikanten, FSJ-ler, Experten, Tischler, Handwerker, Künstler etc.) in das Arbeitsfeld Kita abzielen. Diese sollen die allgemeine Präsenz von Männern in Kitas und damit auch die Anzahl von männlichen Bezugspersonen bzw. Team-Kollegen erhöhen.

Projektträger: Der PARITÄTISCHE Hamburg

Die Koordinierungsstelle des Hamburger Netzwerkes 'MEHR Männer in Kitas' ist beim PARITÄTISCHEN Hamburg angesiedelt. Erfahren Sie hier mehr.

Unsere Verbundpartner

Das Hamburger Netzwerk 'MEHR Männer in Kitas' wird von allen Hamburger Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege bzw. allen Kita-Anbietern getragen und unterstützt.

Mehr Infos

Unsere Kooperationspartner

Die Projektarbeit der Hamburger Koordinierungsstelle wird durch ein vielseitiges Spektrum an Kooperationspartnern bereichert und getragen. Hier finden Sie eine Übersicht der Institutionen.

Dr. Tim Rohrmann über Wege zu Mehr Männern in Kitas