Erzieheralltag - von Profis berichtet

follow enter Was macht euch Spaß an der Arbeit als Erzieher?

David Godebo, Erzieher, 22:

Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten. Es begeistert mich, welche Lebensfreude sie ausstrahlen und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen oder mit ihnen gemeinsam die Welt zu entdecken.

Kai Kayß, Erzieher, 25:

Du kriegst sofort eine Reaktion von den Kindern. Wenn du ihnen etwas vorschlägst, merkst du gleich, ob es ihnen gefällt. Dann strahlen die Augen und sie haben Spaß. Ich bekomme in meinem Beruf so viel zurück, wenn ich gute Arbeit leiste – auch von den Eltern. Das ist wunderbar! Außerdem kann ich meine eigenen Interessen einbringen, wie das Kochen. Das, was ich selbst gut kann und was mich interessiert, kann ich natürlich auch am besten vermitteln. In gewissem Rahmen kann ich mich hier frei entfalten UND kreativ sein, raus gehen, mich bewegen.

David Godebo:

Genau das ist es. Es gibt so viele Berufe, die finden nur in einem Raum oder immer unter Dächern statt. Wir können einfach rausgehen, die Sonne genießen, zur Elbe fahren und mit den Kindern auf Entdeckungstour gehen. Wir haben die Freiheit, das selbst zu entscheiden.

 

see url source link Wie sieht der typische Arbeitstag eines Erziehers aus?

click David Godebo:

Ich habe eine 38,5 Stunden-Woche. Der Arbeitstag beginnt bei mir 7.45 Uhr mit dem Vorbereiten des Frühstücks. Da helfe ich den Kindern beispielsweise beim Eingießen, beim Brotschmieren oder beim Kleinschneiden des Brotes. Dann geht es weiter mit dem Morgenkreis. Bis zum Mittagessen gibt es eine Zeit für Festangebote, Projekte oder für Freispielzeit. Halb 12 gibt es Mittagessen und danach gehen wir meistens an die frische Luft. Die Kinder geben häufig den Weg vor: Was interessiert sie gerade und wo können wir sie in ihrer Entwicklung unterstützen?

Petra Krell, Kita-Leiterin:

Der Erzieherberuf umfasst heutzutage in besonderer Weise die Beobachtung der Kinder. Der Begriff Bildung hat sich in den letzten Jahren verändert. Wir beobachten heute die Kinder, um zu erkennen, was sie für Bedarfe haben. Aufgrund dieser Beobachtungen machen wir den Kindern Bildungsangebote. Damit verknüpft sind auch die Dokumentation der Lern-Fortschritte und die Zusammenarbeit mit den Eltern als wichtige Bestandteile des Erzieheralltags.

 

Inwiefern steht euer Beruf nicht nur für spielen und trösten?

Kai Kayß:

Spielen und Trösten gehören natürlich dazu, aber es ist viel mehr. Du begleitest sie durchs Leben und hilfst ihnen, Erlebtes zu verarbeiten. Wenn ich mit den Kindern in den Werkraum gehe, ist das für sie echte Arbeit und Konzentration pur, etwa beim Schneiden einer geraden Linie. Das hat weniger mit Spielen zu tun als mit Förderung.

David Godebo:

Oder der Morgenkreis: Da geben wir den Kindern quasi in einer kleinen Konferenz die Möglichkeit, Sachen zu entscheiden und Regeln zu entwickeln. Das sind Dinge, die ihnen später immer wieder begegnen: Sie müssen sich einordnen und an Regeln halten.
Außerdem müssen wir als Erzieher sehr viel dokumentieren und gucken, welche Fortschritte die Kinder machen. Die Elterngespräche nicht zu vergessen, die auch nicht immer einfach sind. Wenn es Probleme daheim gibt, müssen wir den Eltern zeigen, dass wir Verständnis haben und versuchen den Kindern dabei zu helfen. Diese Gespräche sind sehr wichtig für die Entwicklung der Kleinen.

Kai Kayß:

Das ist kein Kuschel-Job. Er ist insgesamt sehr abwechslungsreich und bietet immer wieder Herausforderungen. Jedes Kind ist anders und erfordert individuelle Begleitung und Förderung.

 

Wer ist für den Beruf des Erziehers geeignet?

David Godebo:

Teamplayer, denn man braucht die Unterstützung von den Kolleginnen und Kollegen, der Leitung, den Eltern. Ohne das geht es nicht. Erzieher sollten auch flexibel und spontan sein, wenn Sachen nicht klappen oder wenn ein Kind besondere Bedarfe hat. Da ist schnelles Umschalten gefragt. Geduld muss natürlich ebenso vorhanden sein, gerade wegen der Lautstärke, die angehende Erzieher manchmal abschreckt. Aber man gewöhnt sich daran und man lernt, die Unruhe durch geeignete pädagogische Maßnahmen zu dämpfen.

Petra Krell, Kita-Leiterin:

Kurzum: Wer sich in Lebenslagen von Kindern und Eltern hineinversetzen und damit entsprechend umgehen kann, ist als Erzieher herzlich willkommen!

Alle drei arbeiten in der follow Kita An der Falkenbek von der Vereinigung Hamburger Kindertagesstätten.