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 Wenn Rap, Beatboxing, Soundproducing, Airbrush und Breakdance auf ‘MEHR Männer in Kitas’ trifft, heißt das „FunKITAlent“. Was das bedeutet, zeigten 22 Hamburger Jungs zum zweiten bundesweiten Boys’Day in der Bühne Bugenhagen.

go to site Noch etwas schüchtern, betraten die Schüler am Nachmittag des 26. April die verzweigten Räume des Kulturtreffs – ungewiss, was auf sie zukommt. Im großen Theatersaal stellte Ralf Lange, Leiter der Hamburger Koordinierungsstelle ‚MEHR Männer in Kitas’, umrungen von den Hamburger Jungs und den Coaches von Crossover das Veranstaltungskonzept vor. In vier parallel laufenden Workshops bekamen die Boys’Day-Teilnehmer die Chance, unter dem Dach „Vielfalt, MANN! Dein Talent für Hamburger Kitas“ an Sounds, Beats, Performances und CD-Covern zu basteln. Die Workshops im Überblick:

Gimme the Beat!

Schlagzeug mit dem Mund spielen, das ist Beatboxing. Der ausgebildete Sozialpädagogische Assistent Guido Höper zeigt derzeit Kindern in der Kita im Pilotprojekt Mini-Beatzzz wie aus Klängen und Tönen mit dem Mund ganze Beats entstehen können. Bei FunKITAlent hatten nun auch ältere Jungs die Gelegenheit zu sehen, wie man sein vielfältiges Talent für die Arbeit mit Kindern einsetzen kann. Schon nach wenigen Minuten war klar, dass die Jungs in seinem Workshop, echte Naturtalente sind. Der 13-jährige Kamil nahm versiert das Mikro in die Hand und beatboxte los, als hätte er Jahre lang nichts anderes gemacht. Julian Schmit, Crossover-Coach und Sänger der Band „Die Rakede“, gab dazu Tipps, wie sie mit ihrer Stimme spielen können.

Move like Delles!

Beat Boy Delles brachte Bewegung in seinen B-Boying-Workshop. Innerhalb kürzester Zeit waren seine Jungs mehr auf den Händen und Köpfen unterwegs als auf den Beinen. Neben einer gemeinsamen Choreografie performten die Schüler jeweils einzeln in der Mitte Freestyles und ließen sich vom Rest anfeuern.

Brush is in the Air!

enter site “You say it, we spray it!” ist das Motto von Graffiti- und Airbrush-Koryphäe Oliver “Davis” Nebel. Der gelernte Erzieher ging mit seinen Jungs zunächst die Basics durch. Bei Gesprächen über den Erzieherberuf und die Arbeit in der Kita entwickelten die Schüler gemeinsam Ideen für Airbrush-Cover. Musste Davis beim ersten Motiv noch oft selbst den Weg weisen, so entfalteten sie beim zweiten Motiv schon komplett selbstständig ihr kreatives Können.

RAPtastisch!

In der Song- und Soundschmiede luden Daniel Karelly, besser bekannt als „Affe Maria“, und Jan Günther, beide ebenfalls von der Band "Die Rakede", zum gemeinsamen Texten, Reimen und Rappen. Als neu zusammengestellte „Affenbande“ diskutierten die Boys’Day-Teilnehmer zunächst über Berufsbilder, die Zukunft und die Kita. Die Impulse verschmolzen mit den Ergebnissen aus dem Beatbox-Kurs in einer Song-Passage, die die Schüler selbst rappten und aufnahmen. Die Bande von Affen zeigte, dass sie Gespür für den Erzieherberuf haben. Gemeinsam schaffen sie mehr und geben ihre Talente weiter: „Fehlt dir die Kraft, sind wir deine Begleiter.“

 

 

Showdown

Um 17.30 Uhr war es so weit. Die Jungs gaben ihren Kunstwerken den letzten Schliff und dann ging es auf die große Bühne. Viele Eltern waren gekommen, um bei der Präsentation dabei zu sein. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Vielfalt der kreativen Ergebnisse war beeindruckend und wurde mit tosendem Applaus gewürdigt.

go site Auch Hamburgs Sozialsenator Detlef Scheele besuchte FunKITAlent, um seine Unterstützung für das Projekt persönlich zu zeigen. In seiner Begrüßungsrede wollte er gar nicht lange reden und viel mehr von den Jungs wissen, wie sie den Erzieherberuf sehen: „Die Arbeit in der Kita ist sehr cool. Ich mag kleine Kinder total gerne“, erklärte der 12-jährige Laurin. Ziel der Boys’Day-Aktion war es, Hamburgs Schüler kreativ in Gedankenaustausch mit der Kita-Welt zu bringen. „Wir stellen immer wieder fest, dass junge Männer die Möglichkeit, Erzieher zu werden, bei der Berufswahl überhaupt nicht im Blick haben“, erklärt Ralf Lange. „Mit der Aktion lassen wir sie Teil unserer Kampagne ’Vielfalt, MANN!’ werden und verhelfen dem Beruf zu mehr Aufmerksamkeit sowie Ansehen unter Jugendlichen – und das nachhaltig.“

Julia von Dohnanyi und Samy Deluxe gründeten 2007 den Verein Crossover. Ein Team von insgesamt 30 Coaches – professionelle Künstler, Musiker, Tänzer, Sportler – arbeitet in verschiedenen Projekten und Workshops (Beatbox, Graffiti, Rap, Tanz, Gesang, u.v.m.) mit Kindern aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und Nationalitäten. Sie werden zu grenzüberschreitendem Denken angeregt und motiviert ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. Sie entdecken neben eindeutigen Unterschieden auch ihre Gemeinsamkeiten und lernen, dass neue Eindrücke auch neue Chancen bedeuten und Ängste überwunden werden können.

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